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EUFEP Kongress 2010: Förderung mentaler Gesundehit - Prävention psychischer Erkrankungen


EUFEP, das Europäische Forum für Evidenzbasierte Prävention findet 2010 zum zweiten Mal statt und darf sich auch heuer wieder mit einem Aufgebot internationaler Experten rühmen. Vom 16. bis 18. Juni 2010 steht der Kongress in Baden bei Wien ganz im Zeichen mentaler Gesundheit und geht der brisanten Frage nach, ob der rasante Zuwachs an mentalen Erkrankungen durch Programme der Gesundheitsförderung und Prävention nachhaltig gesenkt oder gestoppt werden kann?

EUFEP ist eine internationale Plattform für Best-Practice in der Präventivmedizin und Gesundheitsförderung. Damit greift das Land Niederösterreich, einer Vorreiterrolle gleich, ein wichtiges Thema auf, denn nur fünf psychische Erkrankungen (Abhängigkeit, affektive Störungen, Angsterkrankungen, Demenz und Psychosen) verursachen in Österreich jährliche Kosten von 7,16 Mrd. Euro. Das sind rund 3% des Bruttoinlandsprodukts.
31% der 7,16 Mrd. Euro entfallen auf Krankenstände, 21% auf Krankenhausbehandlungen; lediglich 3% auf Medikamente.
Depressionen, Burn-Out Syndrome, Angststörungen und andere psychische Erkrankungen stellen in Österreich bei Frauen bereits die häufigste (41%) und bei Männern die zweithäufigste (24%) Ursache für Frühpensionierungen dar. 654 Krankenstandstage pro 1.000 Beschäftigte pro Jahr werden durch psychiatrische Erkrankungen verursacht. Laut WHO wird bis 2030 weltweit Depression die häufigste schwere Erkrankung sein.

Vor diesem Hintergrund gewinnt besonders die Erhaltung psychischer Gesundheit enorme Bedeutung. „Immer mehr Menschen kommen mit dem Stress am Arbeitsplatz, Problemen in der Beziehung, finanziellen Schwierigkeiten, Arbeitslosigkeit, Trennung vom Partner oder plötzlichen Schicksalsschlägen nicht mehr zurecht und stürzen in psychische Krisen. Wenn wir hier mit überregionalen Vorsorgeprogrammen rechtzeitig eingreifen, verhindern wir viel Leid für die Betroffenen und ihre Familien und wir reduzieren gleichzeitig die Kosten, die psychische Erkrankungen nach sich ziehen. Wir werden in den nächsten Jahren auch in mentale Gesundheitsförderung mehr Geld investieren. Was hier sinnvoll und wirksam ist, erwarte ich mir unter anderem als ein Ergebnis der Diskussion am EUFEP Kongress 2010“, sagt Niederösterreichs Landeshauptmann-Stellvertreter Mag. Wolfgang Sobotka.

Im Vorjahr hat sich – auch aus dem Feedback der internationalen TeilnehmerInnen – gezeigt, dass EUFEP eine Brücke zwischen WissenschafterInnen, Personen aus der Praxis und EntscheidungsträgerInnen aus dem gesundheitspolitischen Bereich schlagen kann, die in Europa und vielleicht auch weltweit einmalig ist.

Prof. Dr. Gerald Gartlehner, Leiter des Departments für Evidenzbasierte Medizin und Klinische Epidemiologie an der Donau-Universität Krems unterstreicht: „Bei EUFEP 2010 geht es um evidenzbasiertes Vorgehen bei der Förderung mentaler Gesundheit und bei der Prävention mentaler Erkrankungen. Wenn öffentliche Gelder für Gesundheitsvorsorge und Prävention verwendet werden, dann müssen diese Ressourcen effizient und zielgerichtet eingesetzt werden. D.h., es ist Aufgabe der evidenzbasierten Medizin herauszufinden, welche Programme den größtmöglichen Gesundheitsgewinn erzielen können.“

Diese Herausforderungen spiegeln sich auch in unseren Programmschwerpunkten wider. In der Plenarsitzung des 1. Tages diskutieren internationale Experten aus England, den USA und Australien über Herausforderungen und eigene Erfahrungen mit der evidenzbasierten Evaluation von Programmen zur Förderung mentaler Gesundheit. Prof. Suhrcke wird auch darauf eingehen, wie gesundheitsökonomische Evaluationen in Zukunft in Europa eingesetzt werden.
Der Schwerpunkt der Plenarsitzung des 2. Tages ist die mentale Gesundheit bei Kindern. Viele Erkrankungen sind im Steigen. Das soziale und familiäre Umfeld spielt gerade bei Kindern eine enorme Rolle. „Ich sehe auch Interventionen im sozialen Bereich als Prävention im weiteren Sinne. So haben Kinder aus problematischen und ärmeren sozialen Schichten sowie Kinder, die Opfer von Misshandlungen wurden, ein deutlich erhöhtes Risiko, später an einer psychischen Erkrankung zu leiden“, so Prim. Dr. Paulus Hochgatterer, Leiter der Abteilung für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie im LK Tulln und Festvortragender der Eröffnungsveranstaltung.
In den Parallelsessions werden Best-practice Beispiele vorgestellt. Es wird über Burn-Out diskutiert, über Suizidvermeidung oder über Attention-Deficit-Hyperactivity Disorder bei Kindern u.v.m.

Im Rahmen von EUFEP wird es erstmals einen JournalistInnen Workshop zum Thema: Evidenzbasierter Medizinjournalismus geben.


• Ort: Kongressgelände Casino Baden, in Baden bei Wien
• Datum:Donnerstag,17.Juni
Uhrzeit: 15.30-18.00 Uhr
• Vortragende: Gerd Antes, Deutsches Cochrane Zentrum, Bradley Gaynes, University of North Carolina und Stefan Löffler, freier Journalist

Ziel des Workshops ist, JournalistInnen, die regelmäßig über Gesundheitsthemen berichten, Fragen wie: Welche Veröffentlichungen haben die größte Aussagekraft? Wie verschafft man sich rasch und effizient einen Überblick über die aktuellsten einschlägigen Forschungsergebnisse? Was bedeuten all die Zahlen und Prozentsätze überhaupt? u.v.m. zu beantworten.

Die Teilnahme ist für Journalisten kostenlos. (insgesamt stehen 15 Plätze zur Verfügung) Die Anmeldung ist bis spätestens 11.06.2010 unter: journalistloeffler@gmail.com möglich.

Weitere Informationen finden Sie unter:www.eufep.at


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